Vegetarismus

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Schnitzeljagd und Karottenkuchen
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Wenn es um Ernährung geht, sind die Geschmäcker verschieden und was dem einen schmeckt, ist einem anderen unerträglich. Nun hört man des Öfteren, dass es besser sei zu genießen, als sich zu kasteien und jene, die sich unnötig mit Ernährungsfragen herumschlagen, wüssten nur nicht richtig zu leben. Nirgends aber schlagen die Wogen der Auseinandersetzung so hoch, wie beim Thema „Vegetarismus“. Da finden sich auf der einen Seite die unbelehrbaren Fleischtiger, die oft fanatisch den vegetarisch lebenden Teil der Menschen attackieren, während sich auf der anderen Seite, die Gemeinde der „Fleischlosen“ zunehmend auf die „uneinsichtigen „Fleischvernichter“ einzuschwören beginnt.

Keinesfalls soll an dieser Stelle nicht eine erneute Tirade auf das so natürliche und gesunde vegetarische Leben oder aber. die Notwendigkeit von Fleisch in unserem Speiseplan folgen, sondern vielmehr eine simple und möglichst neutrale, kurze Reflexion die Fronten ein wenig beruhigen. Vorausgesetzt darf aber werden, dass man über das Essen von Tieren denken kann, wie man möchte, eines jedoch wird man kaum leugnen können: Irgendetwas liegt im Argen, angesichts des ständig zunehmenden Tierleids in unserer Welt, das im Grunde fast nur dazu dient, um uns Menschen den fragwürdigen „Genuss“ von Fleisch zu ermöglichen.

Aus diesem Grund könnten überzeugte Fleischesser doch zumindest einmal darüber nachdenken, wie denn die vielzitierten Urzeiten des Menschen in Bezug auf Ernährung tatsächlich ausgesehen haben. Mehr als unwahrscheinlich ist nämlich, dass unsere Urväter täglich oder sogar mehrmals täglich, so wie es heute oft praktiziert wird, Fleisch auf dem Speiseplan hatten. Vielmehr darf man annehmen, dass das Fleisch im Topf eine Ausnahme oder Seltenheit gewesen sein muss, wie auch hätte man es angestellt, so viele Tiere zu fangen bzw. zu erlegen. Würde die Weltbevölkerung es im 21. Jahrhundert genauso halten, hätte sich ein Artikel wie dieser erübrigt.

Dass nun aber gewisse Vegetarier jemanden, der von Zeit zu Zeit ein Fleischgericht konsumiert, verteufeln und am liebsten an den Pranger stellen würden, scheint doch um einiges übertrieben. Sieht man sich in der Natur um, zeigt sich, dass das Prinzip des Fressens und gefressen werden ein grundlegendes zu sein scheint. Ein hungriger Löwe wird ein angeschlagenes Wild verzehren, ohne jeden Anflug von moralischem Zauder. Wieso also sollte ein hungriger Inuit keinen Fisch fangen und verspeisen dürfen? Er würde sich mit dem Anbau von Getreide möglicherweise sehr schwer tun, außer er hat seine Heimat verlassen und lebt als Migrant in einer mitteleuropäischen Agrargegend.

Bei allen Überlegungen muss zusätzlich im Auge behalten werden, dass es zwei sehr unterschiedliche Gründe gibt, warum Menschen auf Fleisch verzichten. Während ein Teil der Vegetarier ausschließlich moralische Argumente für maßgeblich hält, ist das Motiv des anderen Teils der Vegetarier ein rein gesundheitliches. Ob der Verzicht auf Fleisch tatsächlich der Gesundheit zuträglich ist, lässt sich wohl am besten empirisch nachweisen. Beim Vergleich von Fleischessern und Vegetariern schneiden die Vegetarier aber um Längen besser ab. Der Konsum von Fleisch in hohem Maße bringt nämlich jede Menge von Krankheiten mit sich, der Verzicht darauf hingegen, wirkt sich in der Regel gesundheitlich sehr positiv aus.

Die Conclusio aus dem Gesagten ist daher einfacher als die verhärteten Positionen vermuten lassen. Vegetarisch leben ist eine gute Sache, sowohl für den eigenen Organismus als auch für die Tierwelt. Fleisch zu essen schadet dann nicht, wenn es in einem gemäßigten Rahmen stattfindet. Zumindest nicht demjenigen, der es verzehrt, das verspeiste Tier freilich hat von all dem nichts.

Autor: 
Dr. Günter Heidinger
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