Regeneration
Im November sind die Tage am kürzesten und die Nächte am längsten, was für die meisten Läufer die Möglichkeiten zum Trainieren doch einigermaßen einschränkt. Das neblige Wetter und die dunklen Nächte sorgen darüber hinaus auch für müde Beine und wenig Motivation. Lieber bleibt man in der warmen Stube oder morgens im Bett liegen, als dass man sich auf den Weg in die finstere Trainingsnacht macht. Ein paar Tage oder Wochen Pause könnten nicht schaden und für Anderes genutzt werden, doch ehe man sich´s versieht, ist das Jahr zu Ende und wichtige Trainingszeit verloren. Auch die Pause gehört also geplant und eingeteilt, ansonsten macht sie nicht viel Sinn und wird dich mehr schwächen als stärken.
Einer der wichtigsten Trainingsgrundsätze in diesem Zusammenhang ist das Prinzip der Homöostase! Es drückt aus, dass es genau genommen erst nach der Belastung zu einer Leistungssteigerung kommt. Genauer gesagt bedeutet dies, dass du während deines Trainings eigentlich deinen Körper schwächst bzw. die vorhandenen Leistungsreserven verbrauchst. Das funktioniert so lange, bis die Speicher geleert sind und du die Leistung einstellen musst. Interessant wird es allerdings erst nach der Belastung, denn dort fängt der Körper an, sich von den Anstrengungen zu erholen. Während dieser Erholungsphase rastet er sich jedoch nicht einfach nur aus, sondern füllt dazu auch noch die geleerten Energiespeicher auf.
Er tut dies auf eine sehr intelligente Art und Weise, indem er die vor der Belastung vorhandenen Energiedepots nicht nur wiederherstellt, sondern darüber hinaus auch noch weitere Reserven anlegt. Der Körper rüstet sich auf diese Weise für die nächste Belastung, die da kommen mag, und geht sozusagen auf Nummer sicher, falls diese eine noch intensivere sein sollte. Dieses Prinzip sorgt also dafür, dass die nächste Belastung leichter fällt und wir beim nächsten Mal leistungsfähiger sind, einen Trainingseffekt verspüren. Funktionieren tut die ganze Angelegenheit im Grunde bei jedem Training gleich, eines jedoch ist entscheidend. Der jeweils nachfolgende Trainingsreiz muss an der Stelle gesetzt werden, an der der Körper wieder in der Lage ist, neue Reserven aufzubauen.
Wird das Training zu früh wieder aufgenommen, also noch bevor die Speicher wieder halbwegs gefüllt sind, besteht die Gefahr, dass man stagniert oder nicht einmal über das Anfangsniveau hinaus kommt. Die Leistung wird dann nicht nur um nichts besser, sondern verschlechtert sich sogar noch. Aus diesem Grund braucht es eine sinnvolle Pause nach körperlicher Belastung, in der bestmögliche Voraussetzungen zur Erholung bestehen. Weder solltest du die Pause für andere, deiner Meinung nach vernachlässigte Tätigkeiten nutzen, noch ist es gleichgültig was du isst, trinkst oder tust. Für eine zweckmäßige Pause sind Ruhezeiten, qualitative Regenerationsmaßnahmen, nicht belastende Ernährung und stressfreie Atmosphäre unumgänglich.
Genauso wie du nach jeder Trainingseinheit aber Erholung benötigst, brauchst du auch nach einer langen Saison eine ausreichende Zeit der Regeneration. Diese allerdings dauert dann nicht nur einen Tag bzw. ein paar Stunden, sondern zwischen zwei und vier Wochen. Auch wenn es dir schwer fällt, zu pausieren und du das Gefühl hast, dich überhaupt nie mehr bewegen zu können, selbst wenn du unruhig und griesgrämig durch den Tag wütest, zwing dich zu deiner Pause, dein geplagter Trainingskörper wird es dir danken!
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Intersport Zone








