Laufen im Winter
Ob es uns recht ist oder nicht, spielt keine Rolle: Der Winter ist da und mit ihm alles das, was man als Läufer in der Regel nicht besonders erfreulich findet. Nur wenige laufende Zeitgenossen haben nämlich Spaß daran, in der Dunkelheit, bei nassem oder feuchtem Wetter und niedrigen Temperaturen, ihre Laufrunde zu drehen. Vielmehr hängt man wehmütigen Gedanken an den vergangenen Sommer und der jetzt geschätzten Hitze nach oder stellt das Laufen, angesichts der unwirtlichen Bedingungen gänzlich ein. Der eine oder andere weicht auf das Laufband aus und harrt dort so lange aus, bis sich das Land wieder zu erwärmen beginnt.
Nichtsdestotrotz muss aber, wer im Frühjahr wieder fit am Start von einem der vielen Läufe stehen möchte, trainieren und die nötigen Kilometer abspulen. Die Alternative Laufband hat sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt und kann durchaus einen nennenswerten Teil des Trainingspensums abdecken, ohne Kilometer im Freien auszukommen, ist jedoch eine bedenkliche Sache, denn ein paar wichtige Dinge können eben nur draußen, an der jetzt zwar kalten aber frischen Luft trainiert werden. Wenn du also im nächsten Jahr bei deinen ersten Wettkämpfen keine böse Überraschung erleben möchtest, dann zieh deine Laufschuhe sowie entsprechendes Outfit an und wage dich ins Freie hinaus.
Der Wahl der Bekleidung kommt natürlich im Winter eine entscheidende Rolle zu. Einerseits möchte man nicht gleich beim Trainingsstart einfrieren oder vor Kälte zittern, andererseits kann es ziemlich unangenehm sein, wenn man zu warm angezogen das wöchentliche Pflichtintervall absolvieren soll. Sinnvoll ist, wenn du deine Laufutensilien so wählst, dass dir auf den ersten ein oder zwei Kilometern ein wenig kalt ist. Nach einigen Minuten ist das Frieren nämlich vorbei und dir wird oft schneller heiß, als dir lieb ist. Abgesehen von Haube und Handschuhen, die im Winter obligat sein sollten, ist es ratsam, sich in Form von Schichten anzuziehen.
Ein schweißabsorbierendes Shirt als Grundschicht wirkt Wunder, vor allem wenn es nicht nur eisig, sondern auch nass draußen ist. Darüber ist ein festeres Laufshirt vorteilhaft, am besten mit Zipp zum Öffnen. Als oberste Schicht empfehlen wir eine Regenjacke, die fürs Laufen geeignet ist bzw. ein ähnliches, Wasser abweisendes, Jackett. Dieses sollte auch nicht zu alt sein, denn dann verliert es meist seine Undurchlässigkeit und schützt nur mehr am Rande vor der Nässe, die dir jetzt ungehindert überall hinein kriecht. Ein „nasses“ Training hat im Übrigen schon manchen Läufer die Frühjahrssaison verdorben und Tage- bzw. Wochen lang ans Bett gefesselt.
Die Laufhosen sollten ebenfalls etwas dicker sein als sonst und im Idealfall ebenso Wasser abweisende Eigenschaften besitzen wie dein Oberteil. Wichtig ist allerdings, dass sie nicht zu dick und eng sind, da sie ansonsten die Bewegungsfreiheit einschränken. In manchen Gegenden kann es darüber hinaus auch notwendig sein, einen speziellen Winterlaufschuh zu verwenden. Laufstrecken, die nicht von Schnee und Eis befreit sind, erfordern rutschfeste Sohlen und wasserdichtes Obermaterial. Ein nasser Laufschuh erhöht sein Gewicht nämlich um einiges und fühlt sich unter Umständen an wie ein Bleifuß.
Rüste dich also der Jahreszeit entsprechend und trau dich ins Freie! Du wirst es nicht bereuen, denn ein schweres Training an einem kalten Wintertag fühlt sich oft gar nicht so schlecht an, vor allem dann nicht, wenn du es schon hinter dir hast.
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