Faschingstreiben

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Die Zeit der Völlerei
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Kaum hat der Fasching begonnen, finden sich auch schon die Narren ein und mit ihnen die wahrlich närrischsten Gaumenfreuden, die, als kulinarische Traditionen daherkommend, jedes Jahr dafür sorgen, dass für die Labungen der karnevalesken Zecherei im Magen auch ausreichend Untergrund vorhanden ist. Leider schmecken die fettreichen Leckereien der Faschingszeit nicht nur ausgezeichnet, sondern reüssieren in fragwürdiger Weise darüber hinaus mit einer beängstigenden Menge an Kalorien. Neben üppigen Fleischgerichten sind es aber vor allem die Faschingskrapfen in ihren regionalen Varianten, die sich in der Kalorienbilanz auffallend niederschlagen.

Die Zeit vor dem Aschermittwoch, bekannt als Fastnacht, weist ja bereits in ihrer Bezeichnung darauf hin, worum es in den närrischen Tagen eigentlich gehen sollte. Ursprünglich wurde aber lediglich der Abend vor dem Aschermittwoch mit einem üppigen Mahl gefeiert, heute dagegen dauert das Feiern und damit zusammenhängende Völlerei um einiges länger. Damit zusammenhängend ist freilich auch die Belastung von Magen und Verdauungstrakt eine deutlich höhere. In der Fastenzeit sind nämlich besonders jene Gerichte gefragt, deren Hauptbestandteile Eier und Milch sind. Daraus zubereitete Pfannkuchen und saftiges Fett- oder Schmalzgebäck sind eben eine ideale Grundlage für reichlichen Alkoholgenuss.

Die Vielfalt an Rezepten für das Fettgebäck ist unheimlich groß. Die meisten Rezepte basieren auf Hefeteig oder Mürbteig, der sowohl gesüßt als auch ungesüßt sein kann. Manche Gebäcksorten sind auch mit Konfitüre oder Sahne gefüllt. Bei anderen Rezepten unterscheidet sich dagegen nur die Form. Im Fett ausgebacken macht es nämlich einen deutlichen geschmacklichen Unterschied, ob eine größere oder kleinere Teigoberfläche dem Fett direkt ausgesetzt ist. Manches Fettgebäck ist daher eher weich, anderes knusprig oder mürbe. Diese Art und Weise der Zubereitung ist im Übrigen der Grund für die enorme Kalorienzahl der Faschingskrapfen.

In der Regel besteht dieses Gebäck aus einem leichten Hefeteig, versetzt mit Eigelb, Zucker und Milch. Im Inneren befindet sich eine verführerische Füllung aus Marmelade, Schoko- oder Vanillecreme und die Oberseite ist mit Schokolade- oder Zuckerguss bedeckt. Angesichts dieser Zusammensetzung verwundern die rund 300 Kalorien des Krapfens wohl niemanden mehr. Damit du einen der süßen Riesen wieder verarbeitet hast, musst du daher schon einige Kilometer im Laufschritt zurücklegen. Von Fasten kann also kaum die Rede sein.

Ursprünglich wurde das Fettgebäck ja von den Damen des Hauses für die hungrigen Mäuler gebacken, damit diese nach dem langen kalten Winter wieder zu Kräften kommen konnten. Zusätzlich hatte man mit den fetthaltigen Leckereien auch noch einmal Gelegenheit so richtig zu schlemmen, bevor danach das lange mühselige Fasten begann, das man damals noch wesentlich ernster genommen hatte. Der Pfannkuchen, Berliner oder eben, je nach Region, auch Krapfen hatte damals aber noch keine Füllung, auf diese Idee kam man erst einige Zeit später, fett war er aber auch damals schon.

Der Gesundheit tun die beliebten Krapfen also nicht sonderlich gut, schmecken aber allemal ausgezeichnet. Eines aber solltest du in jedem Fall beim Kauf deiner Krapfen beachten: Nicht alles was so aussieht, ist ein Krapfen. Vor allem die in Plastik verpackten sind meistens weit weg von dem was sie eigentlich sein sollten. Frisch und direkt aus der Backstube muss er auf jeden Fall sein, ansonsten wird aus dem erhofften Genuss eine herbe kulinarische Enttäuschung und die soll es im lustigen Fasching ja keinesfalls geben.

Autor: 
Dr. Günter Heidinger
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